Kerndämmung
Auch: Hohlschichtdämmung, Kerndämmung zweischaliges Mauerwerk
Kerndämmung bezeichnet das nachträgliche Füllen der Luftschicht zwischen zwei Mauerwerksschalen mit Dämmstoff, ohne die Fassade äußerlich zu verändern.
Viele Häuser, vor allem in Norddeutschland, haben zweischaliges Mauerwerk: eine tragende Innenschale, eine Luftschicht und eine Vormauerschale aus Klinker. Die Luftschicht ist oft nur wenige Zentimeter breit. Bei der Kerndämmung wird sie mit wasserabweisendem Granulat, Perlite oder Mineralwollflocken gefüllt.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Das typische Klinkerbild bleibt erhalten. Gerüst und neuer Putz sind nicht nötig, und die Arbeiten dauern meist nur wenige Tage. Die Kosten sind im Vergleich zu einem Wärmedämmverbundsystem gering.
Was vorher geprüft werden muss
- Ist die Luftschicht durchgehend und frei von Mörtelresten?
- Ist die Vormauerschale dicht, oder dringt Schlagregen ein?
- Gibt es Lüftungsöffnungen, die verschlossen werden müssen?
Eine Untersuchung mit Endoskop vor Beginn ist üblich. Ist die Außenschale stark durchfeuchtet, sollten zuerst Fugen und Steine instand gesetzt werden.
Die erreichbare Dämmwirkung hängt von der Breite der Luftschicht ab. Bei schmalen Hohlräumen bleibt sie begrenzt, ist aber für das Geld oft eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen am Bestand.
Praxistipp: Fragen Sie nach dem Dämmstoff und seiner Zulassung für die Kerndämmung. Nicht jedes Granulat ist für jede Wand geeignet.
Verwandte Begriffe
Bei der Einblasdämmung wird loser Dämmstoff wie Zellulose, Holzfaser oder Mineralwollflocken über kleine Öffnungen maschinell in Hohlräume von Wänden, Decken oder Dächern geblasen.
Ein Wärmedämmverbundsystem ist eine Fassadendämmung, bei der Dämmplatten außen auf die Wand geklebt oder gedübelt und mit Armierung und Putz geschlossen werden.
Schimmel entsteht, wenn Oberflächen über längere Zeit feucht sind. Ursachen sind meist zu hohe Luftfeuchte, kalte Bauteile oder eindringendes Wasser. Er kann Bausubstanz und Gesundheit schädigen.
Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter eines Bauteils bei einem Grad Temperaturunterschied zwischen innen und außen verloren geht. Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmung.