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Marktdaten7 Min. Lesezeit

Immobilienpreise Stuttgart: Entwicklung der letzten 20 und 50 Jahre

Wie haben sich die Wohnungspreise in Stuttgart seit 1975 entwickelt? Amtliche Kaufpreise seit 2010, die Langfristkurve über 50 Jahre, Zinsen, Mieten und Preise je Stadtbezirk – mit Grafiken und Quellen.

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Blick über den Stuttgarter Talkessel mit Altbauten, Kirchturm und Herbstlaub
Blick über den Stuttgarter Talkessel: Wohnraum ist hier knapp, Bauland kaum vorhanden.Foto: Bella Mayer / Unsplash

Stand: 29. Oktober 2026. Eine gebrauchte Eigentumswohnung kostete in Stuttgart 2025 im Schnitt 4.226 € pro Quadratmeter, eine Neubauwohnung 8.236 €. Das sind die tatsächlich gezahlten Kaufpreise, die der Gutachterausschuss der Stadt aus allen notariellen Verträgen auswertet. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Werte vorläufig bei 4.153 € und 8.733 € – der Markt bewegt sich seitwärts, nach dem Rückgang von 2023.

Wie ordnet sich das historisch ein? Über 50 Jahre gerechnet haben sich die Wohnungspreise in Stuttgart nominal fast verfünffacht – inflationsbereinigt bleibt davon aber deutlich weniger übrig.

Das Wichtigste in Zahlen

Zeitraum nominal inflationsbereinigt
50 Jahre (1975–2025)¹ rund +360 % (× 4,6) rund +46 %
20 Jahre (2005–2025)¹ rund +150 % rund +67 %
15 Jahre (2010–2025), amtlich +126 % +63 %
Höchststand 2022 bis 2024 −16 % rund −23 %

¹ Werte vor 2010 sind eine Modellrechnung (siehe Methode).

Wohnungspreise seit 2010: die amtlichen Werte

Eigentumswohnungen in Stuttgart: Kaufpreis pro m² seit 2010

0 €2.500 €5.000 €7.500 €10.000 €201020122014201620182020202220242026*
Neubau (Erstverkauf)Bestand (Wiederverkauf)

Quelle: Gutachterausschuss Stuttgart (Transaktionen, Durchschnitt). 2026: 1. Halbjahr, vorläufig.

Von 2010 bis 2022 hat sich der Quadratmeterpreis gebrauchter Wohnungen von 1.874 € auf 4.925 € mehr als verzweieinhalbfacht. Neubauwohnungen stiegen im selben Zeitraum von 3.180 € auf 8.200 €. Treiber waren sinkende Zinsen, Zuzug in die Region und knappes Bauland im Talkessel.

Mit dem Zinsanstieg 2022 drehte der Markt. Gebrauchte Wohnungen verbilligten sich 2023 um rund 12 % und 2024 um weitere 5 %. Neubauwohnungen blieben dagegen teuer, weil Bau- und Grundstückskosten hoch blieben. Seit 2025 stabilisieren sich die Preise; die Zahl der Verkäufe lag 2025 mit 5.412 Fällen wieder über dem Zehnjahresmittel.

Jahr Bestand €/m² Neubau €/m²
2010 1.874 3.180
2012 2.074 3.492
2014 2.434 4.303
2016 3.121 5.449
2018 3.662 6.341
2020 4.293 6.977
2021 4.840 7.860
2022 4.925 8.200
2023 4.340 8.240
2024 4.133 8.360
2025 4.226 8.236
1. Hj. 2026 (vorläufig) 4.153 8.733

50 Jahre im Überblick

50 Jahre Wohnungspreise: nominal und inflationsbereinigt (€/m²)

0 €2.000 €4.000 €6.000 €197519811987199319992005201120172023
Inflationsbereinigt (Preise 2025)Nominal, Modell 1975–2009Nominal, Gutachterausschuss

Ab 2010 Gutachterausschuss Stuttgart. 1975–2009 Modellrechnung aus Preisindizes (Bundesbank, bulwiengesa) für Großstädte bzw. Westdeutschland – nicht amtlich. Real in Preisen von 2025 (VPI, Destatis).

Eine durchgehende amtliche Preisreihe für Stuttgart in Euro pro Quadratmeter gibt es öffentlich erst ab 2010. Für die Jahre davor haben wir den Wert von 2010 mit langen Preisindizes der Bundesbank und von bulwiengesa zurückgerechnet. Die gestrichelte Linie zeigt also, wie sich Wohnungspreise in deutschen Großstädten und Westdeutschland entwickelt haben – übertragen auf das Stuttgarter Preisniveau.

Fünf Phasen prägen das halbe Jahrhundert:

Phase Was passierte Bauzins
1975–1981 Inflationsboom: Preise steigen nominal um rund 40 %, real kaum bis 11 %
1982–1989 Stagnation: nominal seitwärts, real sinkend 10 % → 7,5 %
1990–1995 Wiedervereinigung: Wohnungen in Westdeutschland rund 30 % teurer 8–9,7 %
1996–2009 Lange Flaute: real rund ein Fünftel Wertverlust 6 % → 4,5 %
2010–2022 Großer Boom: Preise in Stuttgart + 163 % 4 % → 1,2 %
seit 2022 Korrektur und Seitwärtsbewegung 2,7 % → 3,9 %

Inflationsbereinigt zeigt sich ein anderes Bild als nominal: In Preisen von 2025 kostete eine Wohnung 1981 rund 3.150 € pro Quadratmeter – kaum weniger als 2014. Der reale Höchststand lag 2021 bei rund 5.720 €, heute sind es etwa 4.230 €. Wer zum Gipfel gekauft hat, liegt real noch spürbar im Minus.

Zinsen als Preistreiber

Bauzinsen in Deutschland (effektiv, % p. a.)

0 %5 %10 %15 %197519851995200520152025
Bauzins

Quelle: Deutsche Bundesbank, Jahresmittel. Bis 1981 alle Zinsbindungen, 1982–2002 zehn Jahre fest, ab 2003 über zehn Jahre.

Kaum etwas erklärt die Preisentwicklung so gut wie die Bauzinsen. In den 1980er- und 1990er-Jahren lagen sie meist zwischen 6 und 10 %, 2020 erreichten sie mit rund 1,2 % ihr Tief. Mit derselben Monatsrate konnten Käufer dadurch ein deutlich höheres Darlehen tragen – entsprechend stiegen die Preise. Der Sprung auf rund 3,8 % im Jahr 2023 hat diesen Effekt teilweise umgekehrt.

Was das konkret für Ihre Rate bedeutet, zeigt der Baufinanzierungsrechner.

Kaufen oder mieten in Stuttgart?

Kaufpreise, Mieten und Inflation seit 2010 (Index 2010 = 100)

010020030020102012201420162018202020222024
Kaufpreis WohnungMietspiegelVerbraucherpreise

Quellen: Gutachterausschuss Stuttgart (Wohnungen Bestand), Mietspiegel Stuttgart, Verbraucherpreisindex (Destatis).

Von 2010 bis 2024 sind die Kaufpreise für gebrauchte Wohnungen um 121 % gestiegen, das Mietspiegelniveau nur um 54 % und die Verbraucherpreise um 35 %. Entsprechend hat sich das Verhältnis von Kaufpreis zu Jahresmiete verschoben: Eine Wohnung kostete 2010 rund das 22-Fache der Jahresmiete laut Mietspiegel, 2022 das 37-Fache und 2024 etwa das 31-Fache.

Für Käufer heißt das: Die laufende Mietrendite in Stuttgart ist niedrig, der Kauf lohnt sich vor allem langfristig und bei solider Finanzierung. Rechnen Sie Ihre Situation durch:

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0 €250 Tsd. €500 Tsd. €750 Tsd. €1 Mio. €0 J.4 J.8 J.12 J.16 J.20 J.24 J.28 J.
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Monatliche Kreditrate 1.848 € gegenüber 1.400 € Kaltmiete. Wer im Monat weniger zahlt, legt die Differenz an. Steuern auf Kapitalerträge und Wiederverkaufskosten sind nicht berücksichtigt.

Preise nach Stadtbezirk

Wohnungspreise nach Stadtbezirk 2025 (Bestand, €/m²)

  • Nord5.572 €
  • Mitte5.055 €
  • West4.802 €
  • Degerloch4.634 €
  • Süd4.593 €
  • Vaihingen4.430 €
  • Ost4.304 €
  • Birkach4.290 €
  • Stadt gesamt4.250 €
  • Feuerbach4.195 €
  • Sillenbuch4.100 €
  • Stammheim4.095 €
  • Möhringen4.042 €
  • Wangen3.992 €
  • Botnang3.937 €
  • Bad Cannstatt3.867 €
  • Zuffenhausen3.835 €
  • Weilimdorf3.724 €
  • Hedelfingen3.681 €
  • Mühlhausen3.447 €
  • Obertürkheim3.438 €
  • Münster3.428 €
  • Untertürkheim3.385 €
  • Plieningen3.292 €

Quelle: Gutachterausschuss Stuttgart, Quartalsbericht Q4/2025, Mittelwerte. Bei kleinen Fallzahlen schwanken die Werte stärker.

Am teuersten waren gebrauchte Wohnungen 2025 in Stuttgart-Nord (5.572 €/m²), Mitte (5.055 €) und West (4.802 €). Am günstigsten waren Plieningen (3.292 €), Untertürkheim (3.385 €) und Münster (3.428 €). Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bezirk liegen damit rund 70 %. Innerhalb der Bezirke ist die Spanne noch größer: Stadtweit reichten die Preise von gut 1.500 € bis über 14.000 € pro Quadratmeter – je nach Lage, Baujahr und Zustand.

Häuser und Bauland

Für Häuser veröffentlicht der Gutachterausschuss keine durchgehende Jahresreihe. Ein gebrauchtes Eigenheim kostete 2022 im Schnitt 949.000 €, 2024 rund 826.000 €. Seit 2025 beschreibt der Gutachterausschuss den Hausmarkt als weitgehend stabil. Maklerverbände schätzten im Frühjahr 2026 ein freistehendes Einfamilienhaus mit gutem Wohnwert auf rund 1,16 Mio. €, eine Doppelhaushälfte auf 740.000 € und ein Reihenmittelhaus auf 610.000 € – das sind Experteneinschätzungen, keine Kaufpreise.

Beim Bauland ging es deutlicher abwärts: Die Bodenrichtwerte wurden von 2023 bis 2026 schrittweise gesenkt, für Ein- und Zweifamilienhäuser insgesamt um rund 21 %, für den Geschosswohnungsbau um rund 35 %.

Ausblick

Die Zinsen haben sich bei knapp 4 % eingependelt, die Zahl der Verkäufe steigt, die Preise für Bestandswohnungen bewegen sich seitwärts. Gleichzeitig wird in Stuttgart weiterhin wenig gebaut, die Nachfrage bleibt hoch. Einen neuen Boom wie 2010 bis 2022 erwarten Fachleute ohne deutlich sinkende Zinsen nicht; einen weiteren starken Rückgang aber ebenso wenig. Entscheidend für den einzelnen Preis bleiben Lage, Zustand und Energieeffizienz – gut sanierte Objekte sind gefragter.

Methode und Quellen

Alle Werte ab 2010 sind Durchschnittspreise aus tatsächlichen Verkäufen (Gutachterausschuss), keine Angebotspreise aus Inseraten. Durchschnittswerte hängen davon ab, welche Wohnungen in einem Jahr verkauft wurden, und werden gelegentlich revidiert. Die Werte vor 2010 sind eine Modellrechnung: Wir haben den Stuttgarter Wert von 2010 mit Preisindizes rückwärts verkettet – 2004–2009 Bundesbank (Eigentumswohnungen Wiederverkauf, sieben Großstädte), 1995–2003 bulwiengesa (sieben Großstädte), 1990–1994 bulwiengesa (Wiederverkauf Westdeutschland), 1975–1989 bulwiengesa (Neubau Westdeutschland). Sie zeigen die Größenordnung, nicht den exakten Stuttgarter Preis. Die Inflationsbereinigung beruht auf dem Verbraucherpreisindex von Destatis.

Häufige Fragen

Wie viel kostet eine Wohnung in Stuttgart pro Quadratmeter?

Gebrauchte Eigentumswohnungen kosteten 2025 im Durchschnitt 4.226 € pro Quadratmeter, Neubauwohnungen 8.236 €. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die vorläufigen Werte bei 4.153 € und 8.733 €.

Sind die Immobilienpreise in Stuttgart gesunken?

Ja, nach dem Höchststand 2022 sanken die Preise gebrauchter Wohnungen bis 2024 um rund 16 %. Seit 2025 bewegen sie sich seitwärts. Neubauwohnungen sind dagegen kaum günstiger geworden.

Wie haben sich die Preise in den letzten 20 Jahren entwickelt?

Von 2005 bis 2025 stiegen die Wohnungspreise nominal um rund 150 %, inflationsbereinigt um rund zwei Drittel. Der größte Teil des Anstiegs fiel in die Jahre 2010 bis 2022.

Welcher Stadtbezirk in Stuttgart ist am teuersten?

2025 lagen gebrauchte Wohnungen in Stuttgart-Nord mit durchschnittlich 5.572 € pro Quadratmeter vorn, gefolgt von Mitte und West. Am günstigsten war Plieningen mit 3.292 €.

Lohnt sich der Kauf einer Wohnung in Stuttgart?

Das hängt von Kaufpreis, Zins und Haltedauer ab. Weil die Kaufpreise stärker gestiegen sind als die Mieten, ist die laufende Rendite niedrig. Wer lange selbst darin wohnt und solide finanziert, profitiert eher – rechnen Sie Ihre Situation mit dem Rechner „Kaufen oder mieten“ durch.

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