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Kernsanierung

Auch: Komplettsanierung, Totalsanierung

Bei einer Kernsanierung wird ein Gebäude bis auf die tragende Konstruktion zurückgebaut und anschließend mit neuer Haustechnik, neuen Oberflächen und meist energetischer Ertüchtigung wiederhergestellt.

Eine Kernsanierung ist die umfassendste Form der Sanierung. Übrig bleiben im Wesentlichen Fundament, tragende Wände, Decken und der Dachstuhl. Alles andere wird erneuert: Leitungen, Heizung, Bäder, Böden, Putz, Fenster und oft auch Dach und Fassade.

Wann sie sinnvoll ist

  • Die Haustechnik ist am Ende ihrer Lebensdauer.
  • Es gibt größere Feuchte- oder Schadstoffprobleme.
  • Grundrisse sollen grundlegend verändert werden.
  • Das Haus soll auf einen hohen Energiestandard gebracht werden.

Planung

Eine Kernsanierung ist fast so anspruchsvoll wie ein Neubau. Ein Architekt oder Bauleiter koordiniert die Gewerke. Vor dem Rückbau sollte eine Schadstoffuntersuchung stattfinden, weil in älteren Häusern Asbest oder alte Mineralwolle stecken können. Greifen die Arbeiten in die Statik ein oder ändert sich die Nutzung, kann eine Baugenehmigung nötig sein.

Kosten und Förderung

Die Kosten hängen stark vom Zustand und vom Ausstattungsniveau ab und können pro Quadratmeter in einer Größenordnung liegen, die einem Neubau nahekommt. Wird das Haus auf einen Effizienzhaus-Standard gebracht, sind Förderkredite und Zuschüsse möglich. Mehr dazu unter Effizienzhaus-Sanierung.

Praxistipp: Kalkulieren Sie einen Puffer für Unvorhergesehenes ein. Hinter Verkleidungen und unter Böden tauchen bei älteren Gebäuden fast immer Überraschungen auf.

Verwandte Begriffe

  • Modernisierung

    Eine Modernisierung verbessert ein Gebäude über den ursprünglichen Zustand hinaus, etwa durch Dämmung, neue Heiztechnik oder mehr Komfort. Sie ist von der reinen Instandhaltung und Instandsetzung zu unterscheiden.

  • Instandsetzung

    Instandsetzung bezeichnet die Reparatur oder den Ersatz von Bauteilen, um einen bereits eingetretenen Schaden oder Mangel zu beheben und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.

  • Asbest

    Asbest ist ein faserförmiges Mineral, das bis zum Verbot 1993 in Deutschland vielfach in Baustoffen verwendet wurde. Eingeatmete Fasern können schwere Lungenerkrankungen und Krebs verursachen.

  • Altbau

    Als Altbau gelten im allgemeinen Sprachgebrauch ältere Gebäude, häufig solche, die vor 1949 errichtet wurden. Eine einheitliche gesetzliche Definition gibt es nicht.

  • Effizienzhaus

    Ein Effizienzhaus ist ein Förderstandard für energieeffiziente Gebäude. Die Zahl, etwa 55, gibt an, wie viel Prozent der Primärenergie eines vergleichbaren Referenzgebäudes das Haus benötigt.

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