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Immobilienpreise Essen: Entwicklung und amtliche Zahlen seit 2005

Wohnungspreise in Essen: amtlicher Index seit 2005, Neubau seit 2016, Bestand nach Baujahr, Häuser und Bauland. Mit Grafiken und Quellen.

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Doppelbock-Fördergerüst der Zeche Zollverein in Essen unter blauem Himmel
Schacht 12 der Zeche Zollverein, das Wahrzeichen des Essener Nordens und UNESCO-Welterbe.Foto: Wolfgang Weiser / Unsplash

Stand: Oktober 2026, Berichtsjahr 2025. Gebrauchte Eigentumswohnungen sind in Essen 2025 um 8,2 % teurer geworden, nach zwei Jahren mit Rückgängen. Zum Höchststand von 2022 fehlen laut Gutachterausschuss nur noch 4,5 %. Neu gebaute Wohnungen kosteten im Schnitt 5.350 € pro Quadratmeter, 3,9 % mehr als im Vorjahr.

Einen Durchschnittspreis pro Quadratmeter für alle gebrauchten Wohnungen veröffentlicht der Essener Bericht nicht. Wir rechnen keinen eigenen aus, sondern zeigen den amtlichen Index seit 2005 und getrennt nach Baujahr die Daten des Landes. Eine durchschnittliche Wohnung aus den Jahren 1975 bis 1994 in mittlerer Lage kostete 2025 rund 2.420 € pro Quadratmeter.

Das Wichtigste in Zahlen

Eigentumswohnungen, Weiterverkäufe, Index nominal inflationsbereinigt
20 Jahre (2005–2025) rund +96 % rund +31 %
15 Jahre (2010–2025) +112 % rund +53 %
10 Jahre (2015–2025) rund +93 % rund +49 %
Höchststand 2022 bis 2025 −4,5 % rund −14 %

20 Jahre Preisindex

Preisindizes für Weiterverkäufe in Essen (2010 = 100)

5010015020025020052010201520202025
EigentumswohnungenEin- und Zweifamilienhäuser

Quelle: Gutachterausschuss Essen, Grundstücksmarktbericht 2026 (Stand: Berichtsjahr 2025), Tabellen 5.1 und 6.1. Gesamtes Stadtgebiet.

Die Reihe des Gutachterausschusses gilt für das gesamte Stadtgebiet. Die ersten zehn Jahre waren eine Zeit des Stillstands: 2015 lag der Wohnungsindex mit 110 Punkten nur knapp über dem Wert von 2005. Danach verdoppelte er sich fast bis 2022 auf 222 Punkte. 2023 und 2024 ging es auf 196 Punkte zurück, 2025 wieder auf 212. Innerhalb der Stadt verlief die Entwicklung nicht einheitlich, der Index sagt daher für eine einzelne Lage nur begrenzt etwas aus.

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern fällt die Erholung schwächer aus: Der Index stieg 2025 nur um 1,1 % auf 184 Punkte und liegt rund 8,5 % unter dem Hoch von 2022.

Jahr Wohnungen Häuser
2005 108 109
2010 100 100
2015 110 113
2018 135 129
2020 168 159
2021 201 182
2022 222 201
2023 206 179
2024 196 182
2025 212 184

Index 2010 = 100, jeweils Weiterverkäufe.

Auch die Zahl der Verkäufe zieht an. 2025 wechselten 2.125 gebrauchte Wohnungen den Eigentümer, 2023 waren es 1.587. Insgesamt registrierte der Gutachterausschuss 4.336 Kauffälle, 13,2 % mehr als 2024, und einen Umsatz von 1,69 Milliarden Euro. Der mittlere Gesamtkaufpreis einer gebrauchten Wohnung lag 2025 bei 149.000 € nach 130.000 € im Vorjahr.

Was gebrauchte Wohnungen nach Baujahr kosten

Gebrauchte Wohnungen nach Baujahr 2025: Durchschnitt pro m²

  • Baujahr 2010–20234.150 €
  • Baujahr 1995–20092.670 €
  • Baujahr 1975–19942.420 €
  • Baujahr 1950–19741.990 €

Quelle: BORIS-NRW, Grundstücksmarktdaten NRW (we.csv, Berichtsjahr 2025); Grundstücksmarktbericht NRW 2026. Mittlere Lage, 60 bis 100 m², Gebäude mit 4 bis 16 Wohnungen. Kein Stadtdurchschnitt.

Diese Werte stammen aus den Grundstücksmarktdaten des Landes. Sie gelten nur für einen Ausschnitt des Marktes: mittlere Wohnlage, 60 bis 100 m², Gebäude mit 4 bis 16 Wohnungen, normaler Zustand. Modernisierte Wohnungen oder Apartments in Top-Lagen können deutlich abweichen.

Baujahr 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Verkäufe 2025
1950–1974 1.260 1.640 1.820 1.800 1.820 1.752 1.990 163
1975–1994 1.800 2.030 2.130 2.460 2.220 2.190 2.420 207
1995–2009 1.680 2.440 2.580 3.040 2.960 2.658 2.670 43

Angaben in € pro m² Wohnfläche. Die Klasse ab 2010 zeigen wir nur für 2025 (4.150 €, 12 Verkäufe), weil sie in mehreren Jahren fehlt oder sehr klein ist. Die Reihe beginnt 2019, dem ältesten Jahrgang der frei verfügbaren CSV-Daten.

Gebrauchte Wohnungen nach Baujahr: Durchschnitt pro m² Wohnfläche

0 €1.000 €2.000 €3.000 €4.000 €2019202020212022202320242025
1995–20091975–19941950–1974

Quelle: BORIS-NRW, Grundstücksmarktdaten NRW (we.csv, Berichtsjahre 2019 bis 2025). Mittlere Lage, 60 bis 100 m², Gebäude mit 4 bis 16 Wohnungen. Kein Stadtdurchschnitt.

Neubau: teurer und selten

Neu gebaute Eigentumswohnungen in Essen: Kaufpreis pro m² Wohnfläche

0 €2.000 €4.000 €6.000 €20162018202020222024
Neubau (Erstverkauf)

Quelle: Gutachterausschuss Essen, Grundstücksmarktbericht 2026, Abbildung 6.2. Überwiegend gehobene Ausstattung und sehr gute Lagen.

Neu gebaute Wohnungen haben sich seit 2016 von 2.890 auf 5.350 € pro Quadratmeter verteuert. Der Vergleich mit dem Bestand hinkt allerdings: Laut Gutachterausschuss haben sie überwiegend gehobene Ausstattung und liegen meist in sehr guten Lagen. Der mittlere Kaufpreis beträgt 494.000 €.

Das Angebot erholt sich von einem Tiefstand. Nach 53 Verkäufen 2023 und 65 im Jahr 2024 waren es 2025 wieder 140. Zum Vergleich: 2020 wurden noch 268 neue Wohnungen verkauft.

Häuser und Bauland

Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser wurden 2025 im Mittel für 600.000 € verkauft, Reihenendhäuser und Doppelhaushälften für rund 385.000 €, Reihenmittelhäuser für 340.000 €.

Bauland ist knapp. 2025 wurden nur 56 Wohnbaugrundstücke verkauft, die Preise stiegen um rund 2 %. Die typischen Bodenrichtwerte zum 1. Januar 2026, erschließungsbeitragsfrei:

Grundstück gute Lage mittlere Lage mäßige Lage
Freistehendes Haus 650 € 410 € 230 €
Doppelhaushälfte, Reihenendhaus 520 € 350 € 260 €
Reihenmittelhaus 550 € 300 € 205 €

Kaufen und Vermieten: was rechtlich gilt

In Nordrhein-Westfalen beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 %. Bei 200.000 € Kaufpreis sind das 13.000 €. Die gesamten Nebenkosten erklärt der Kaufnebenkosten-Ratgeber.

Anders als Dortmund, Bonn oder Münster steht Essen nicht in der Anlage der Mieterschutzverordnung NRW. Die Mietpreisbremse gilt hier also nicht. Bei Mieterhöhungen im laufenden Vertrag greift die allgemeine Kappungsgrenze von 20 % in drei Jahren (§ 558 Abs. 3 BGB), auch die verlängerte Kündigungssperrfrist nach Umwandlung gilt in Essen nicht. Der Gutachterausschuss arbeitet im Bericht 2026 mit dem qualifizierten Mietspiegel 2024.

Zinsen als Rahmen

Bauzinsen in Deutschland (effektiv, % p. a.)

0 %5 %10 %15 %197519851995200520152025
Bauzins

Quelle: Deutsche Bundesbank, Jahresmittel. Bis 1981 alle Zinsbindungen, 1982–2002 zehn Jahre fest, ab 2003 über zehn Jahre.

Die Rückgänge von 2023 und 2024 fallen in die Zeit nach dem starken Zinsanstieg. Was das für Ihre Rate bedeutet, zeigt der Baufinanzierungsrechner. Zum Vergleich mit der Nachbarstadt lesen Sie unseren Beitrag zu den Immobilienpreisen in Dortmund.

Methode und Quellen

Alle Werte beruhen auf Kaufverträgen, nicht auf Angebotspreisen. Index und Neubaupreise stammen aus dem Bericht des Gutachterausschusses. Die Baujahres-Werte stammen aus den amtlichen CSV-Daten von BORIS-NRW und werden auch im Grundstücksmarktbericht NRW 2026 veröffentlicht. Sie sind enger abgegrenzt als der Bericht der Stadt: Für Neubau nennt die CSV 2025 etwa 4.570 € aus 46 Fällen, der Stadtbericht 5.350 € bei insgesamt 140 Verkäufen. Beide Quellen sollten Sie daher nicht vermischen. Den in der CSV enthaltenen zusammengefassten Wert nutzen wir nicht als Stadtdurchschnitt, und einen eigenen Durchschnitt über die Baujahre haben wir nicht gebildet. Die Inflationsbereinigung beruht auf dem Verbraucherpreisindex von Destatis und ist unsere Berechnung.

Häufige Fragen

Wie viel kostet eine Wohnung in Essen pro Quadratmeter?

Gebrauchte Wohnungen in mittlerer Lage kosteten 2025 je nach Baujahr im Schnitt 1.990 bis 2.670 €, Wohnungen ab 2010 rund 4.150 €. Neu gebaute Wohnungen, meist in sehr guten Lagen, lagen bei 5.350 €.

Sind die Immobilienpreise in Essen gesunken?

2023 und 2024 sank der Wohnungsindex, 2025 stieg er um 8,2 %. Zum Höchststand von 2022 fehlen noch 4,5 %. Bei Häusern sind es rund 8,5 %.

Gilt in Essen die Mietpreisbremse?

Nein. Essen steht nicht in der Anlage der Mieterschutzverordnung NRW. Die Bremse gilt in Essen daher nicht, die Kappungsgrenze beträgt 20 % in drei Jahren.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Essen?

6,5 % des Kaufpreises, wie in ganz Nordrhein-Westfalen.

Warum sind Neubauwohnungen so viel teurer als gebrauchte?

Laut Gutachterausschuss liegen sie meist in sehr guten Lagen und sind überwiegend gehoben ausgestattet. In den Bestandswerten überwiegen dagegen Wohnungen aus den Jahren 1950 bis 1994.

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