Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Auch: KWL, kontrollierte Wohnraumlüftung, WRG, Lüftungsanlage
Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung tauscht verbrauchte Raumluft automatisch gegen Frischluft aus und überträgt dabei einen Großteil der Wärme der Abluft auf die einströmende Zuluft.
Gut gedämmte, dichte Häuser brauchen einen verlässlichen Luftaustausch, um Feuchte, CO2 und Gerüche abzuführen. Eine Lüftungsanlage erledigt das kontinuierlich, ohne dass ständig Fenster geöffnet werden müssen. Ein Wärmetauscher hält dabei die Wärme weitgehend im Haus.
Bauarten
- Zentrale Anlage: Ein Gerät versorgt über Kanäle das ganze Haus. Abluft wird in Küche und Bad abgesaugt, Zuluft in Wohn- und Schlafräume geführt.
- Dezentrale Geräte: Einzelne Lüfter in der Außenwand, oft paarweise im Wechselbetrieb. Sie lassen sich im Bestand leichter nachrüsten.
Vorteile
- weniger Lüftungswärmeverluste
- Schutz vor Feuchteschäden und Schimmel
- gefilterte Zuluft, angenehm für Allergiker
- ruhige Innenräume, weil Fenster geschlossen bleiben können
Zu beachten
Filter müssen regelmäßig gewechselt werden. Eine fachgerechte Planung vermeidet Geräusche und Zugluft. Wer die Fenster dennoch dauerhaft gekippt hält, verschenkt den Effekt.
Förderung
Lüftungsanlagen sind über die BAFA-Einzelmaßnahmen förderfähig und oft Bestandteil einer Sanierung zum Effizienzhaus.
Praxistipp: Planen Sie die Lüftung bei Fenstertausch oder Dämmung gleich mit. Ein Blower-Door-Test zeigt, wie dicht das Haus danach ist.
Verwandte Begriffe
BAFA-Einzelmaßnahmen sind Zuschüsse aus der BEG für einzelne Sanierungsschritte wie Dämmung, Fenstertausch, Lüftung oder Heizungsoptimierung. Der Fördersatz beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten.
Der Blower-Door-Test misst, wie luftdicht ein Gebäude ist. Ein Gebläse in der Haustür erzeugt Unter- oder Überdruck, und aus dem nötigen Luftstrom ergibt sich die Leckagerate des Hauses.
Ein Effizienzhaus ist ein Förderstandard für energieeffiziente Gebäude. Die Zahl, etwa 55, gibt an, wie viel Prozent der Primärenergie eines vergleichbaren Referenzgebäudes das Haus benötigt.
Eine Wärmebrücke ist eine Stelle in der Gebäudehülle, an der Wärme schneller nach außen abfließt als in der Umgebung – etwa an Balkonplatten, Fensterlaibungen oder Rollladenkästen.