Primärenergie
Auch: Primärenergiebedarf, Primärenergiefaktor
Primärenergie ist die Energie einschließlich aller Vorketten: Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers. Sie ist Maßstab für gesetzliche Anforderungen und Effizienzhaus-Standards.
Bis Gas, Öl oder Strom im Haus ankommen, wird bereits Energie verbraucht: bei der Förderung, im Kraftwerk, in Raffinerien und Leitungen. Die Primärenergie bildet diese gesamte Kette ab. Rechnerisch wird die Endenergie dazu mit einem Primärenergiefaktor multipliziert, der je nach Energieträger unterschiedlich hoch ist.
Warum das wichtig ist
- Fossile Brennstoffe haben einen höheren Faktor als erneuerbare Quellen.
- Für Strom ist der Faktor durch den wachsenden Ökostromanteil gesunken. Davon profitieren Wärmepumpen.
- Holz, Umweltwärme und Solarenergie werden nur mit einem geringen nicht erneuerbaren Anteil angesetzt.
Bedeutung für Förderung
Die Stufen beim Effizienzhaus beziehen sich auf den Primärenergiebedarf: Ein Effizienzhaus 55 benötigt nur 55 Prozent der Primärenergie eines vergleichbaren Referenzgebäudes. Auch der Bedarfsausweis weist den Primärenergiebedarf aus.
Beispiel
Zwei Häuser haben denselben Endenergiebedarf. Das eine heizt mit Erdgas, das andere mit einer Wärmepumpe. Weil Umweltwärme kaum zählt und für Strom ein moderater Faktor gilt, schneidet das Haus mit Wärmepumpe beim Primärenergiebedarf deutlich besser ab.
Praxistipp: Für Ihre Heizkosten ist die Endenergie aussagekräftiger. Die Primärenergie zeigt dagegen, wie klimafreundlich ein Gebäude versorgt wird.
Verwandte Begriffe
Endenergie ist die Energiemenge, die tatsächlich am Gebäude ankommt und eingekauft wird – etwa Gas, Heizöl, Strom oder Fernwärme – um Heizung und Warmwasser zu versorgen.
Ein Effizienzhaus ist ein Förderstandard für energieeffiziente Gebäude. Die Zahl, etwa 55, gibt an, wie viel Prozent der Primärenergie eines vergleichbaren Referenzgebäudes das Haus benötigt.
Der Bedarfsausweis ist ein Energieausweis, der den Energiebedarf eines Gebäudes rechnerisch aus Dämmung, Fenstern und Heiztechnik ermittelt – unabhängig vom Verhalten der Bewohner.
Eine Wärmepumpe ist eine Heizung, die mit Strom Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf ein höheres Temperaturniveau hebt und damit Gebäude beheizt und Warmwasser bereitet.