Estrich
Auch: Zementestrich, Anhydritestrich, Fließestrich, Trockenestrich
Estrich ist die Bodenschicht zwischen Rohdecke und Bodenbelag. Er schafft eine ebene, tragfähige Fläche und nimmt oft Dämmung, Trittschallschutz oder eine Fußbodenheizung auf.
Im Wohnungsbau wird Estrich meist „schwimmend“ verlegt. Er liegt dann auf einer Dämm- und Trittschallschicht und hat keinen festen Kontakt zu Wänden. Randdämmstreifen verhindern, dass Schall in die Wände übertragen wird.
Die gängigsten Arten
- Zementestrich: robust, auch für Feuchträume geeignet, braucht relativ lange zum Austrocknen.
- Calciumsulfat- oder Anhydritestrich: meist als Fließestrich, sehr eben, gut für Fußbodenheizung, aber feuchteempfindlich.
- Trockenestrich: vorgefertigte Platten, schnell verlegt, ideal bei der Sanierung von Holzbalkendecken.
- Gussasphalt: sofort belastbar, vor allem im Gewerbebau.
Belegreife
Bevor Parkett, Fliesen oder Vinyl verlegt werden, muss der Estrich ausreichend trocken sein. Die Restfeuchte wird von Fachleuten gemessen, meist mit der CM-Methode. Wird zu früh belegt, drohen Schimmel, gewölbtes Parkett oder sich lösende Fliesen. Bei einer Fußbodenheizung ist vor dem Belegen ein protokolliertes Aufheizen nötig.
Die Trocknungszeit hängt von Estrichart, Dicke, Raumklima und Lüftung ab und kann mehrere Wochen betragen. Bautrockner können helfen, sollten aber fachgerecht eingesetzt werden.
Praxistipp: Lassen Sie sich die Belegreife schriftlich bestätigen. Bei späteren Schäden am Bodenbelag ist dieses Protokoll ein wichtiger Nachweis.
Verwandte Begriffe
Eine Fußbodenheizung ist eine Flächenheizung, bei der Rohre mit warmem Wasser im oder unter dem Estrich verlegt sind. Der ganze Boden gibt Wärme ab, schon bei niedrigen Vorlauftemperaturen.
Trockenbau bezeichnet den Innenausbau mit vorgefertigten Platten auf Unterkonstruktionen aus Metall oder Holz, ohne nassen Mörtel. Typisch sind Wände, Decken und Dachschrägen aus Gipskarton.
Schimmel entsteht, wenn Oberflächen über längere Zeit feucht sind. Ursachen sind meist zu hohe Luftfeuchte, kalte Bauteile oder eindringendes Wasser. Er kann Bausubstanz und Gesundheit schädigen.
Ein Neubau ist ein neu errichtetes Gebäude, das nach aktuellen Bau- und Energievorschriften geplant wurde. Im Immobilienmarkt meint der Begriff meist Objekte, die gerade fertiggestellt oder noch im Bau sind.