Sollzins
Auch: Nominalzins, gebundener Sollzins
Der Sollzins ist der vereinbarte Jahreszins, den Sie auf die jeweils offene Darlehenssumme zahlen. Nebenkosten des Kredits sind darin nicht enthalten.
Der Sollzins bestimmt, wie viel Zinsen Sie für das geliehene Geld zahlen. Er wird als Prozentsatz pro Jahr angegeben und auf die aktuelle Restschuld berechnet. Bei einer Baufinanzierung ist er meist für die Dauer der Zinsbindung fest vereinbart. Man spricht dann vom gebundenen Sollzins.
Der Sollzins allein sagt wenig über die tatsächlichen Kosten eines Kredits aus. Gebühren, ein Disagio oder die Art der Zinsverrechnung fließen nicht ein. Diese Faktoren berücksichtigt erst der Effektivzins.
Wovon der Sollzins abhängt
- Allgemeines Zinsniveau am Kapitalmarkt
- Länge der Zinsbindung
- Beleihungsauslauf, also das Verhältnis von Kredit zu Objektwert
- Ihre Bonität
- Darlehenshöhe und gewünschte Sonderoptionen
Beispiel
Bei 250.000 Euro Restschuld und 3,5 Prozent Sollzins fallen im Jahr rund 8.750 Euro Zinsen an, also etwa 729 Euro pro Monat. Sinkt die Restschuld, sinkt auch der Zinsbetrag.
Praxistipp
Vergleichen Sie Angebote nie nur über den Sollzins. Maßgeblich für den Vergleich ist der Effektivzins bei gleicher Zinsbindung und gleicher Darlehenssumme.
Verwandte Begriffe
Der Effektivzins gibt die jährlichen Gesamtkosten eines Kredits in Prozent an. Er enthält neben dem Sollzins weitere Kosten wie Gebühren und ein Disagio.
Die Zinsbindung ist der Zeitraum, für den der Sollzins eines Darlehens fest vereinbart ist. Üblich sind bei Baukrediten 5, 10, 15 oder 20 Jahre.
Ein Annuitätendarlehen ist ein Kredit mit gleichbleibender Rate aus Zins und Tilgung. Mit jeder Zahlung sinkt der Zinsanteil, während der Tilgungsanteil steigt.
Der Beleihungsauslauf gibt an, wie viel Prozent des Beleihungswerts einer Immobilie durch einen Kredit finanziert werden. Je niedriger er ist, desto günstiger der Zins.