Solarthermie
Auch: Solarthermieanlage, thermische Solaranlage, Sonnenkollektoren
Solarthermie nutzt Sonnenkollektoren, um Wärme für Warmwasser und gegebenenfalls zur Heizungsunterstützung zu gewinnen. Anders als Photovoltaik erzeugt sie keinen Strom, sondern Wärme.
In Kollektoren auf dem Dach erwärmt die Sonne eine Trägerflüssigkeit. Sie gibt die Wärme über einen Wärmetauscher an einen Speicher im Haus ab. Von dort gelangt sie ins Warmwasser oder ins Heizsystem.
Bauarten
- Flachkollektoren: robust, preiswert, am weitesten verbreitet
- Röhrenkollektoren: effizienter bei wenig Sonne und im Winter, dafür teurer
Einsatzbereiche
- Nur Warmwasser: Eine kleine Anlage kann im Sommer den Warmwasserbedarf weitgehend decken.
- Heizungsunterstützung: Größere Anlagen mit größerem Speicher entlasten zusätzlich die Heizung in der Übergangszeit.
Als alleinige Heizung reicht Solarthermie in Deutschland nicht aus. Sie wird daher mit einem anderen Wärmeerzeuger kombiniert, etwa einem Pelletkessel oder einer Wärmepumpe, oder ist Teil einer Hybridheizung.
Förderung
Solarthermieanlagen sind über die KfW-Heizungsförderung 458 förderfähig.
Solarthermie oder Photovoltaik?
Auf begrenzter Dachfläche konkurrieren beide. Mit Wärmepumpe ist eine PV-Anlage heute oft die flexiblere Wahl, weil Strom vielseitiger nutzbar ist.
Praxistipp: Lassen Sie die Kollektorfläche passend zum Warmwasserbedarf auslegen. Eine überdimensionierte Anlage produziert im Sommer Wärme, die niemand braucht.
Verwandte Begriffe
Photovoltaik bezeichnet die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom mit Solarmodulen. Auf Wohngebäuden dient sie vor allem der Eigenversorgung, Überschüsse werden ins Netz eingespeist.
Eine Hybridheizung kombiniert zwei Wärmeerzeuger, meist eine Wärmepumpe mit einem Gas- oder Ölkessel, der nur an sehr kalten Tagen oder für Spitzenlasten zuschaltet.
Eine Wärmepumpe ist eine Heizung, die mit Strom Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf ein höheres Temperaturniveau hebt und damit Gebäude beheizt und Warmwasser bereitet.
KfW 458 ist der Zuschuss der KfW für klimafreundliche Heizungen in bestehenden Wohngebäuden: 30 Prozent Grundförderung, mit Boni für Selbstnutzer bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten.