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Altbau

Auch: Bestandsgebäude, Gründerzeitbau, Altbauwohnung

Als Altbau gelten im allgemeinen Sprachgebrauch ältere Gebäude, häufig solche, die vor 1949 errichtet wurden. Eine einheitliche gesetzliche Definition gibt es nicht.

Der Begriff wird unterschiedlich verwendet. In Immobilienanzeigen meint „Altbau“ meist Gebäude aus der Gründerzeit oder der Zeit zwischen den Weltkriegen, mit hohen Decken, Stuck und Dielenböden. Im energetischen Zusammenhang werden dagegen oft alle Häuser als Altbau bezeichnet, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 gebaut wurden.

Typische Merkmale

  • Hohe Räume, große Fenster, oft Holzbalkendecken
  • Massive Außenwände aus Ziegel oder Bruchstein, meist ungedämmt
  • Teilweise fehlende oder unwirksame Horizontalsperre im Keller
  • Veraltete Elektrik, Wasser- und Abwasserleitungen
  • Mögliche Schadstoffe aus späteren Umbauten, etwa Asbest

Chancen und Risiken

Altbauten sind wegen ihres Charmes und ihrer oft zentralen Lage gefragt. Gleichzeitig ist der Sanierungsbedarf häufig hoch. Wer einen Altbau kauft, sollte die Kosten für Dach, Fassade, Fenster, Heizung und Leitungen realistisch einplanen. Bei Gebäuden unter Denkmalschutz gelten besondere Regeln, aber auch steuerliche Vorteile.

Praxistipp: Nehmen Sie zur Besichtigung eines Altbaus einen Bausachverständigen oder Energieberater mit. Ein individueller Sanierungsfahrplan zeigt, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, siehe Energieberatung und Sanierungsfahrplan.

Verwandte Begriffe

  • Neubau

    Ein Neubau ist ein neu errichtetes Gebäude, das nach aktuellen Bau- und Energievorschriften geplant wurde. Im Immobilienmarkt meint der Begriff meist Objekte, die gerade fertiggestellt oder noch im Bau sind.

  • Kernsanierung

    Bei einer Kernsanierung wird ein Gebäude bis auf die tragende Konstruktion zurückgebaut und anschließend mit neuer Haustechnik, neuen Oberflächen und meist energetischer Ertüchtigung wiederhergestellt.

  • Modernisierung

    Eine Modernisierung verbessert ein Gebäude über den ursprünglichen Zustand hinaus, etwa durch Dämmung, neue Heiztechnik oder mehr Komfort. Sie ist von der reinen Instandhaltung und Instandsetzung zu unterscheiden.

  • Horizontalsperre

    Eine Horizontalsperre ist eine waagerechte Abdichtung im Mauerwerk, die verhindert, dass Bodenfeuchte kapillar in den Wänden nach oben steigt. Fehlt sie, entstehen nasse Kellerwände und Salzausblühungen.

  • Energieausweis

    Der Energieausweis ist ein Dokument, das die energetische Qualität eines Gebäudes bewertet. Er ist bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung vorzulegen.

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