Mehrfamilienhaus
Auch: MFH, Zinshaus
Ein Mehrfamilienhaus ist ein Wohngebäude mit mindestens drei Wohneinheiten. Es wird meist vermietet oder in Eigentumswohnungen aufgeteilt.
Mehrfamilienhäuser prägen das Bild vieler Städte. Sie reichen vom kleinen Dreifamilienhaus bis zum großen Wohnblock. In manchen Statistiken zählen Gebäude bereits ab drei Wohnungen als Mehrfamilienhaus.
Zwei Eigentumsformen
- Ein Eigentümer: Das ganze Haus gehört einer Person oder Gesellschaft, die Wohnungen werden vermietet. Man spricht auch von einem Zinshaus.
- Aufgeteilt: Das Haus ist per Teilungserklärung in Eigentumswohnungen aufgeteilt. Dann gibt es eine Wohnungseigentümergemeinschaft.
Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage
Für Investoren bietet ein Mehrfamilienhaus mehrere Mieteinnahmen. Fällt eine Miete aus, tragen die anderen weiter. Allerdings ist der Kapitalbedarf hoch, und der Eigentümer ist für Verwaltung und Instandhaltung allein verantwortlich.
Bewertet werden Mehrfamilienhäuser meist mit dem Ertragswertverfahren. Für einen ersten Vergleich nutzen Käufer Kennzahlen wie Kaufpreisfaktor und Mietrendite.
Beispiel: Ein Haus mit sechs Wohnungen bringt zusammen 54.000 Euro Jahresnettokaltmiete. Bei einem Kaufpreis von 1.200.000 Euro liegt der Kaufpreisfaktor bei rund 22, die Bruttomietrendite bei 4,5 Prozent.
Praxistipp: Prüfen Sie Mietverträge, Mietrückstände und den energetischen Zustand. Gesetzliche Pflichten nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz können erhebliche Investitionen auslösen. Die Rendite berechnet der Mietrendite-Rechner.
Verwandte Begriffe
Das Ertragswertverfahren bewertet eine Immobilie nach den nachhaltig erzielbaren Erträgen, vor allem Mieten. Es wird bei vermieteten Objekten wie Mehrfamilienhäusern angewendet.
Der Kaufpreisfaktor gibt an, wie viele Jahresnettokaltmieten der Kaufpreis einer Immobilie entspricht. Er dient als schnelle Kennzahl, um Renditeobjekte zu vergleichen.
Die Mietrendite zeigt, wie viel Prozent des Kaufpreises eine vermietete Immobilie jährlich an Miete einbringt. Man unterscheidet Brutto- und Nettomietrendite.
Eine Immobilie als Kapitalanlage wird nicht selbst bewohnt, sondern gekauft, um Mieteinnahmen zu erzielen und langfristig Vermögen aufzubauen.