Satteldach
Auch: Giebeldach
Das Satteldach ist die klassische Dachform in Deutschland: Zwei geneigte Dachflächen treffen sich oben am First, an den Schmalseiten entstehen dreieckige Giebelwände.
Wer ein Kind ein Haus malen lässt, bekommt fast immer ein Satteldach. Die Form ist einfach, bewährt und vergleichsweise günstig. Regen und Schnee laufen zuverlässig ab, und unter dem Dach entsteht nutzbarer Raum.
Merkmale
- First: die obere waagerechte Kante, an der sich die Dachflächen treffen
- Traufe: die untere Kante, an der die Regenrinne hängt
- Ortgang: der seitliche Abschluss an der Giebelseite
- Dachneigung: in Deutschland häufig zwischen etwa 30 und 50 Grad, regional unterschiedlich
Nutzung des Dachgeschosses
Je steiler das Dach, desto mehr Wohnfläche lässt sich im Dachgeschoss gewinnen. Bei flachen Neigungen entstehen viele niedrige Bereiche unter der Schräge. Gauben vergrößern die nutzbare Fläche und bringen Licht. Beachten Sie, dass Flächen unter Dachschrägen nur anteilig zur Wohnfläche zählen.
Vorgaben
Viele Bebauungspläne schreiben Dachform, Neigung und manchmal sogar die Farbe der Eindeckung vor. Vor einem Neubau oder Umbau lohnt daher ein Blick in den Bebauungsplan.
Praxistipp: Eine nach Süden, Osten oder Westen ausgerichtete Dachfläche eignet sich in der Regel gut für eine Solaranlage. Beim Satteldach gibt es meist mindestens eine geeignete Seite.
Verwandte Begriffe
Ein Walmdach hat auf allen vier Seiten geneigte Dachflächen. Statt senkrechter Giebelwände gibt es an den Schmalseiten schräge Flächen, die sogenannten Walme.
Ein Flachdach ist ein Dach mit sehr geringer Neigung, meist nur wenige Grad. Es wird nicht mit Ziegeln, sondern mit Bahnen aus Bitumen, Kunststoff oder Kautschuk abgedichtet.
Eine Dachsanierung umfasst die Erneuerung von Dacheindeckung, Unterspannbahn, Lattung und meist auch der Dämmung. Sie wird nötig, wenn das Dach undicht, beschädigt oder energetisch veraltet ist.
Der Bebauungsplan ist eine von der Gemeinde beschlossene Satzung, die rechtsverbindlich festlegt, wie Grundstücke in einem Gebiet bebaut und genutzt werden dürfen.
Die Wohnfläche ist die Grundfläche aller Räume, die ausschließlich zu einer Wohnung gehören. Berechnet wird sie meist nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV).