Umkehrhypothek
Auch: Reverse Mortgage, Immobilienverzehrkredit
Die Umkehrhypothek ist ein Darlehen auf die eigene Immobilie, das als Einmalbetrag oder Rente ausgezahlt und erst bei Auszug oder Tod zurückgezahlt wird; das Eigentum bleibt bis dahin erhalten.
Bei der Umkehrhypothek verkaufen Sie nichts. Eine Bank zahlt Ihnen gegen eine Grundschuld Geld aus – einmalig oder in monatlichen Raten. Anders als bei einer Baufinanzierung zahlen Sie währenddessen weder Zins noch Tilgung.
Wie die Rückzahlung funktioniert
Zinsen werden laufend auf die Schuld aufgeschlagen, die Schuld wächst also mit Zinseszins. Fällig wird alles, wenn Sie dauerhaft ausziehen oder versterben. Dann zahlen die Erben das Darlehen zurück oder die Immobilie wird verkauft.
Für wen sie sich eignet
Die Umkehrhypothek passt zu Eigentümern, die Eigentümer bleiben und den Erben die Wahl lassen wollen. In Deutschland gibt es bisher nur wenige Anbieter, oft mit Mindestalter und Mindestwert der Immobilie. Die Zinsen liegen meist über denen normaler Immobilienkredite.
Praxistipp: Vergleichen Sie die Umkehrhypothek mit Leibrente und Teilverkauf – und rechnen Sie, wie stark die Schuld über 10 oder 20 Jahre wächst.
Verwandte Begriffe
Immobilienverrentung ist der Oberbegriff für Modelle, mit denen Eigentümer Kapital aus ihrer Immobilie ziehen und trotzdem darin wohnen bleiben – etwa Leibrente, Teilverkauf, Rückmietverkauf oder Umkehrhypothek.
Bei der Immobilien-Leibrente verkaufen Eigentümer ihre Immobilie und erhalten lebenslang eine monatliche Rente; über ein Wohnrecht oder einen Nießbrauch dürfen sie weiter darin wohnen.
Die Grundschuld ist ein Pfandrecht an einem Grundstück, das im Grundbuch eingetragen wird. Sie dient der Bank als Sicherheit für ein Darlehen.
Beim Teilverkauf verkaufen Eigentümer einen Anteil ihrer Immobilie, meist bis zur Hälfte, an einen Anbieter, behalten per Nießbrauch das alleinige Wohnrecht und zahlen dafür ein Nutzungsentgelt.